Blog action day: „My city my river“: Die Wiederentdeckung der Donau

By Daniel Spichtinger
Die Österreicher hatten schon immer ein besonderes Verhältnis zur Donau. Manche erinnern sich nostalgisch an die Zeiten als die österreichisch- ungarische Monarchie viele der Donaustaaten beherrschte, was ihr den Beinahmen „Donaumonarchie“ und den Donauwalzer als inoffizielle Hymne einbrachte.
Einige dieser Punkt, besonders die kulturelle
Dimension, wurden auch im Rahmen einer kürzlich eröffneten Ausstellung und
einer damit einhergehenden Diskussionsrunde erläutert, die von dem
österreichischen EU Abgeordneten Hannes Swoboda und dem Forum Weltoffen
organisiert wurden. Unter dem Titel „“Die Donau - (K)Ein langer, ruhiger Fluß“
wurde die Region als facettenreicher Raum mit einer konfliktreichen Geschichte
aber auch mit dem Potential zur Kooperation dargestellt. Immerhin fließt die
Donau durch 10 Länder mit vielfältigen Kulturen. Die Ausstellung zeigte Fotos
und andere Kunstwerke (z.B. Skulpturen) von Künstlern aus der Region und wirft
ein Schlaglicht auf den größeren Donauraum, der auch Istanbul und das schwarze
Meer umfaßt.
Diese „Wiederentdeckung“ der Donau in den
letzten Jahren hat besondere Bedeutung für Wien. Für lange Zeit waren die
wichtigen Bezirke Wiens die im Zentrum während die Gebiete auf der anderen
Seite der Donau, das sogenannte „Transdanubien“ weitgehend ignoriert wurde. Dies
änderte sich mit der Errichtung einer künstlichen Insel zum Hochwasserschutz,
die im Jahr 1988 fertiggestellt wurde. Die sogenannte „Donauinsel“, zuerst von
einigen mit dem typisch wienerischen Mißtrauen betrachtet, erwies sich nicht
nur als effektive Hochwasserbarriere sondern auch als wirklich populäres
Hochwassergebiet mit Raum zum Radfahren, Schwimmen und sogar zum Nacktbaden.
Auch ein Schulschiff hat zur Versorgung der Region mit Bildung an die Insel
angedockt. Am beliebtesten ist jedoch das alljährliche Donauinselfest das 2010
3 Millionen Besucher anlockte. Zahlreiche Bands können gratis gehört
werden. Bezahlt wird der Rummel
von der Sozialdemokratischen Partei.
In der Umgebung der Insel ist in den letzten
dreißig Jahren ein neuer Stadtteil aus modernen Gebäuden und Hochhäusern
entstanden der prompt den Spitznamen „little Manhattan“ bekam. Gerade begannen
die Arbeiten an dem neuesten Gebäude, dem DC Tower 1, der auch das höchste
Gebäude Wiens werden soll. Die Stadtplaner sehen außerdem weitere Bauvorhaben
in der Gegend vor – der Ausbau des Stadtteils soll ca. 2012 abgeschlossen sein.
Der Einfluß der Donau auf das Wiener Leben ist daher vielfältig: politisch, kulturell, wirtschaftlich und sozial. Kürzlich fand anläßlich des Donautages (29. Juni) sogar ein Flashmob mit Donauwalzer Tänzern statt. Die Stadt selbst wird seit ihrem Bestehen von der Donau geformt – in der Vergangenheit durch Hochwasser und in der Gegenwart durch Stadtentwicklungsprojekte – ein Trend der sicher auch in der Zukunft seine Fortsetzung finden wird.